Handbike
Handbiken ist eine Fortbewegungsart, bei der durch Kurbeln mit den Armen die Kraft über Kette, Riemen oder Kardan auf ein Antriebsrad übertragen wird. Oder einfach ausgedrückt - ein Fahrrad mit Handbetrieb. Es gibt verschiedene Handbikemodelle welche auf Art und Grad der Behinderung angepasst werden. Man unterscheidet zwischen Adaptiv- und Rennbikes. Bei Rennbikes wird zusätzlich zwischen Knie-, Sitz- oder Liegebikes differenziert.Das Adaptivbike kann an fast jeden handelsüblichen Rollstuhl montiert werden, während das reine Rennbike ohne Rollstuhl auskommt. Das Adaptivbike eignet sich für den Alltagsgebrauch und für mittellange Touren, das Rennbike ist eher für richtige Rennen und Training geeignet.
Das moderne Handbike wurde erstmals 1983 in den USA gebaut. 1990 kam das erste Handbike dann nach Europa. Davor hatten sich bereits einzelne Pioniere mit Handbike-Konstruktionen beschäftigt, wie etwa 1988 der schwäbische Tüftler Hans Olpp. Ab 1989 erschien mit Rainer Stricker der erste kommerzielle Anbieter für Adaptivbikes, dem bald weitere folgten. Erste reine Sportgeräte entwickelten Chris Petersen in den USA und Kees van Breukelen und Gregor Golombek in Europa.
1992 brachte Alois Praschberger das erste renntaugliche Adaptivbike auf den Markt. Die ersten richtigen Rennen fanden im Rahmen der Human-Powered-Vehicles-Szene statt, wo es 1993 bei der Europameisterschaft in der Schweiz zum ersten Mal eine „Arm-powered“-Klasse gab.
Seit 1998 finden die meisten Handbike-Rennen im Rahmen von Stadtmarathons oder Radkriterien statt. Inzwischen haben sich aber auch eigene Rennserien etabliert, zum Beispiel die Handbike Citymarathon Trophy. Das Handbiken ist vom Internationalen Paralympischen Committee anerkannt – bei den Paralympics 2004 in Athen waren die Handbiker erstmals am Start.