HCT-Hamburg Marathon 2010
Das Auftaktrennen der HCT Serie fand in Hamburg statt und wie im letzten Jahr begleitete mich meine Frau Birgit schon am Freitag in die Hansestadt. Die erste Station galt der Expo Messe in Hamburg die in diesem Jahr in den Schuppen 52 auf dem riesengroßen Hafengelände verlegt wurde. Die Anfahrt gestaltete sich als sehr einfach und auch die Nummernausgabe ging schnell von statten, da die meisten ja erst am Samstag anreisten. Eine schnelle Runde über die Messe gedreht, wo meist neue Laufschuhe verkauft werden und da war für mich der Bedarf nicht so groß.Auf ins Hotel um in eines der zwei reservierten Zimmer einzuchecken. Wie schon im letzten Jahr hatten wir ein Hotel ganz in der Nähe der Reeperbahn ausgewählt. So konnte ich am Rennmorgen direkt ins Bike steigen zum Start fahren und nach dem Rennen noch duschen bevor es wieder die 480 km nach Hause ging.
In diesem Fall gestaltete sich das geplante etwas anders. Das zugeteilte Zimmer war nicht gereinigt und bei der Nachfrage nach dem zweiten gebuchten Rollizimmer bekam ich zur Antwort, dass dieses schon vermietet sei. In meinem Reservierungseintrag wurde der Zusatz für 2 Rollizimmer gelöscht und was nun. Nach langer Diskussion wurde das zugeteilte Zimmer gereinigt und für das zweite nicht vorhandene Rollizimmer sollte Ersatz gesucht werden. Nach ca. 1 Stunde hatte man wenigstens für die erste Nacht schon Ersatz im benachbarten IBIS Ersatz gefunden. Jetzt konnte wenigstens auch der befreundete Athlet mit seiner Frau erst einmal einchecken und brauchte nicht im Parkhaus zu übernachten.
Den Abend ließen meine Frau und ich mit einem Spaziergang über die Amüsiermeile ausklingen. Am nächsten Tag stand ein wenig Shopping und für mich noch eine Stunde im Bike rollen auf dem Programm. Am Abend hatten wir uns mit ein paar Leuten zum Abendessen verabredet, anschließend der selbe Spaziergang und heute ging es etwas früher zu Bett, damit ich am nächsten Morgen einigermaßen ausgeschlafen an den Start fahren konnte. Die Nacht verlief nicht so wie geplant, immer wieder durch irgendwelchen Krach aufgewacht. Zwischendrin heulte auch mal eine Sirene und als am Rennsonntag der Wecker um 6:30 Uhr klingelte, hätte ich gerne noch ein oder zwei Stunden geschlafen. Aber das muss ein anderes Mal nachgeholt werden, Katzenwäsche und rein in die Klamotten, eine Kleinigkeit gegessen und ab in die Tiefgarage wo wir uns um 7:30 Uhr mit ein paar Mann treffen wollten. Das Bike aus dem Auto, Wasser in die Trinkblase gefüllt und die Startnummer am Bike angebracht und ein bisschen mit den Jungs gequatscht. Eigentlich eine ganz entspannte Situation bis ich feststellen musste, mein vorderer Reifen hatte einen ca. 6 cm langen Schnitt. Sofort kam mir in den Sinn wie in einer ähnlichen Situation jemand zu mir sagte, du brauchst doch die Aufregung vorher, oder? Wie gehabt Reifen runter, neuen Reifen drauf und Luft pumpen. Der Akku meines Luftkompressors war jedoch am Vorabend leer geworden und jetzt war ich auf Hilfe mit einer Standpumpe angewiesen. Hier ist es von Vorteil wenn Fußgänger greifbar sind und helfen können.
Jetzt kam auch die Ursache der Unruhe und der Sirene in der Nacht zuvor ans Licht. Ein Asiat hatte im Hotel gegenüber den Feueralarm aus Spaß ausgelöst und das gesamte Hotel musste evakuiert werden. Mit dabei Klaus mit seiner Frau und deren Hund. Mitten in der Nacht standen die Hotelgäste teilst im Bademantel bekleidet auf der Strasse und mussten warten bis der Alarm wieder eingestellt wurde.
Kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den kurzen Weg zum Startplatz um uns auf der Reeperbahn noch ein wenig warm zu fahren. 5,2 km für mehr war keine Zeit mehr, denn spätestens um 8:40 Uhr sollten wir uns in der Startaufstellung einfinden. Die ersten 42 Athleten hatten ihren festen Platz und der Rest der Meute sollte sich hinten anstellen. Leider kontrollierte diese Aufstellung niemand und so hatten doch einige Athleten Plätze eingenommen die für jemand anderen bestimmt waren. Halb so wild für mich, ich wusste ich konnte meine Bestzeit in Hamburg vom letzten Jahr in diesem Jahr nicht erreichen. Zufrieden könnte ich mit einer Zeit von unter 1 Stunde 30 Minuten auf diesem welligen Kurs mit einigen Anstiegen sein.
Um 9:53 Uhr wurden wir bei Sonnenschein durch eine Schiffsglocke auf die 42,195 km lange Strecke geschickt. Die leicht abschüssige Sterecke der Reeperbahn erlaubte Geschwindigkeiten die die 40km/h Marke schnell überschritten und nun folgte ein Anstieg von fast 1 Kilometer. Sollte ich mich schon hier von meinem Plan trennen, mit dem ein oder anderen in einer Gruppe zu fahren. Nein aufgegeben hatte ich den Plan noch nicht ganz, ich startete immer wieder den Versuch andere Athleten in meinem Dunstkreis zu motivieren und zusammen mit ihnen die Gruppe vor uns zu erreichen. Doch irgendwie wurde der Abstand immer ein wenig größer. Ich denke in der ersten Rennhälfte war unsere Gruppe bestimmt über 10 Fahrer stark, doch die wenigsten zeigten überhaupt Interesse an der Mitarbeit um eine gute Zeit zu fahren. Es gibt immer wieder Menschen die damit zufrieden sind mit geringer Anstrengung einem Feld hinterher zu fahren. Torsten Kreutz, Jan Phillip Ohm und ich gehörten jedenfalls nicht zu diesen Windschattensurfern und gaben unser Bestes. Die Gruppe hinter uns verkleinerte sich immer mal wieder um eine Person wurde aber auch schon mal durch einen eingeholten Fahrer wieder aufgefüllt. Leider hatten auch wir das Problem mit Streckenposten die nicht ganz bei der Sache waren und durch diesen Umstand waren wir uns nie so richtig sicher ob wir uns auf dem richtigen Kurs befanden. Ich wurde mit den Jungs hinter mir sogar einmal unterhalb eines rot-weißen Absperrbandes durchgeführt, keine Ahnung wo es hin gehen sollte.
Hier denke ich, dass die Organisatoren doch den vielen freiwillig arbeitenden Helfern ins Gewissen reden müssen. Wir als Handbiker können nicht so einfach der blauen Linie folgen wie die Läufer. Wir sitzen so niedrig in unseren Rennbikes und unsere Geschwindigkeit ist viel höher. Hinzu kommt das wir schon weit vor der Kurve unsere Bikes auf die richtige Seite der Straße bringen müssen, um in den Kurven nicht allzu viel Geschwindigkeit zu verlieren.
Und sollten auch Verkehrsinseln besser sichtbar gemacht werden. Damit es nicht wie bei uns in der Gruppe dazu kommt, dass ein Fahrer recht unfreiwillig auf so eine Insel mit voller Geschwindigkeit auffährt und sich sein Bike so beschädigt dass er nur noch im Schritttempo in Ziel fahren kann. Mittlerweile zählt unsere Gruppe nur noch 5 Athleten und einer ist dabei den hat man noch nie bei der Führungsarbeit sehen können. Ab dem Zeichen das nun 36 Km hinter uns liegen wird das Tempo nochmals angezogen. Der vorletzte Anstieg mit fast 1 km Länge nimmt mich ganz schön mit und ich habe Mühe noch in der Gruppe mitzuarbeiten. Danach eine Abfahrt um sich für die letzten 2 km Aufstieg etwas zu erholen. Drei der Athleten aus meiner Gruppe muss ich ziehen lassen, ich habe keine Energie mehr um da noch gegenzuhalten. Mit 6 Sekunden Rückstand darf ich als 4. unserer Gruppe die Ziellinie mit einer Zeit von 1:27:25 überqueren, eine Sekunde vor Wolfgang. Immerhin reicht es noch für den 15.Platz meiner Wertungsklasse.
Fazit: Wolfgang und Torsten haben sich bei mir für meine gute Arbeit für die Gruppe während des gesamten Rennes bedankt und mir damit die größte Freude an diesem Wochenende gemacht. Torsten konnte leider bedingst durch seinen Unfall nicht bis zum Schluss in unserer Gruppe mitfahren, ist aber trotz des beschädigten Bikes noch in Ziel gekommen.
Handbike
Handbike News
- Grußwort des Schirmherrn für den Handbike-Halbmarathon in Kassel
- Mit dem Handbike vom Allgäu bis an die Ostsee
- Leistungsdiagnostische Tests in der Manfred-Sauer-Stiftung
- Bilder vom Handbike-Rennen Dotternhausen 2012
- Bilder vom Mannheim-Marathon
- Behinderten-Meisterschaften beim TUI Marathon Hannover
- Handbiken im Rotkäppchenland
- Johannes Weidners Handbiketouren